Die Wahrheit über die Evolution

Embryo

Embryo

Evolution ist doch die Sache mit DNA, Genen und handelt davon, wie unser Leben entstanden ist und sich weiterentwickelt, oder? Nun, der Begriff Evolution kann weiter gefasst werden. Evolution ist das Wechselspiel von Mutation und Selektion oder genauer: von zufälliger Abwandlung eines Individuums, der Tatsache ob sich diese Abwandlung in der Umwelt bewährt und der damit verbundenen Weiterentwicklung der Art, des Genotyps.

Spätestens mit Simulation von Evolution im Computer muss das Konzept allgemeiner gedacht werden. Es geht aber auch ganz handfest. Zum Beispiel wurden die Formen von Flugzeugflügeln mit Evolutionsstrategien optimiert. Ausgehend von einem bestimmten Entwurf, wird dieser geringfügig modifiziert. Erweist sich der neue Entwurf im Windkanal als strömungsgünstiger, wird er beibehalten und wieter modifiziert. Anderfalls wird der Versuch verworfen (Selektion) und eine andere Modifikation (Mutation) versucht. Der Einsatz simulierter Evolution führt in bestimmten Bereichen zu Ergebnissen, die besser sind als sie am „Reißbrett“ enworfern werden konnten.

Doch auch in der Wirklichkeit ist die Evolution der Biomasse nicht die einzig denkbare. Irgendwo habe ich mal über die Hypothese einer Evolution der Kristalle gelesen. Die These war das dies eine Vorstufe der heutigen Bio-Evolution gewesen sei. Kristalle wachsen ausgehend von einem Kristallisationspunkt und dehnen ein strukturelles Muster immer weiter aus. Welcher Kristallisationstyp sich ausbreitet hängt von Umwelteinflüssen ab, mithin haben wir eine Selektion. Soweit eine Möglichkeit nur.

Spannend war die Überlegung, dass diese Evolution weitergeführt wurde durch die Evolution der Biomasse. Diese war ursprünglich nur eine Art Gleitmittel, welches bestimmte Kristalltypen beim Wachstum unterstützte, begann dann eine eigenständige Evolution, die dann langfristig die Kristall-Evolution verschwinden ließ. Das Ergebnis kennen wir jetzt.

Als „Evolutionary Takeover“ lässt sich dieser Vorgang bezeichnen. Ich behaupte nun, wir stehen vor dem nächsten Wechsel des evolutionären Subjekts. Der Mensch als „Krone der Schöpfung“ schafft eine neues Evolutions-Subjekt. Dies wird die virtuelle Welt sein, insbesondere das Internet.

Was sich nach bester Science Fiction anhört deutet sich schon vielfältig an. Die Entwicklung des Webs, wie auch der Weltökonomie, folgt eigenen Gesetzen. Die virtuelle Welt schafft sich eigene Gesetze, die das Fortentwickeln bestimmen.

Alles nur eingebildet?

Elemente

Elemente

Was ist die Welt? Die naive Antwort lautet: Alles was man so sieht, die Dinge die uns umgeben, die Erde, das Universum, wir selbst. Was so offensichtlich scheint, ist aber falsch.

Betrachten wir ein paar Begriffe wie Ehre, Freundschaft, Beziehungskrise. Gibt es diese Dinge? Offensichtlich ja, aber man kann sie nicht anfassen. Die Welt zerfällt offenbar in zwei Teile: einen physikalischen und eine – nun ja – metaphysischen Bereich. Ersterer scheint der tatsächliche und reale zu sein, letzterer eher ein eingebildeter, nur im Kopf der Menschen existierender. Das eine, die Gegenstände um uns herum, existieren wirklich und richtig, das andere, die metaphysischen Dinge(?), scheinen weniger real, fast eingebildet.

In welcher Welt leben wir nun, in der der realen handfesten Gegenstände oder in der luftigen Welt platonischer Ideen? Wählen wir ein paar Worte aus und befragen sie:

Der Wechselkurs: Gibt es ihn? Offensichtlich ja und für den Reisenden ein wichtiges Stück Wirklichkeit. Doch wo und wie existiert er? Als universell verteiltes Gedankenkonstrukt in den Gehirnen der zivilisierten Menschen? Als elektromagnetischer Ladezustand in den Computern der Nationalbanken?

McDonald’s: Immerhin kann man in die Restaurants eintreten und die Burger verspeisen. Doch was ist eine Firma? Das Inventar, die Bilanzwerte, die Mitarbeiter? Das meiste kann man austauschen und die Firma als solche bleibt. Und dann die Marke: Völlig immateriell und als solche auch in der Bilanz, aber dort als enormer Wert. Oft höher als die Maschinen und das Mobiliar eines Unternehmens. Oder Ebay: Hier gibt’s schon fast gar nichts mehr anzufassen. Die paar tatsächlichen Büroräume sind offensichtlich nicht das, was man mit dem Namen verbindet.

Die Musik: Wer wollte sagen, es gäbe sie nicht. Aber sie ist nicht stofflich. Beethovens Neunte existiert auch ohne dass die zugehörigen Schallwellen in der Luft stehen. Genauso die ganze Welt der Mathematik. Oder die schönen Farben, die ja bekanntermaßen erst in unserem Kopf entstehen.

Es scheint also, dass es eine nicht-physische Welt gibt und das diese sehr real ist. Überhaupt bewegt sich unser Leben in dieser nicht-physischen Welt. Fragen wir doch mal anders herum: Gibt es diese so offensichtliche physikalische Welt überhaupt?

Konkret: Gibt es diese Tasse neben meiner Computertastatur? Eigentlich ist es nur ein Stück Porzellan. Die Eigenschaft „Tasse“ kommt ihr nur durch meine Benutzung zu. „Tasse“ ist Metaphysik; ist „Porzellan“ Physik? Auch hier können wir begrifflich einsteigen und versuchen, allen metaphysischen Schnickschnack abzustreifen. Aber auch wenn wir den Stoff für bare Münze nehmen und auf seinen Kern hin untersuchen bleibt nicht viel übrig. Generationen von Physikern haben die Dinge der Welt auf Quantenübergänge reduziert und rätseln immer mehr darüber, ob die von ihnen beobachteten Phänomene auch unabhängig von ihnen existieren.

Wenn überhaupt ist da „draußen“ nicht weiteres als eine amorphe Masse von Schwingungen und Teilchen. Fast ohne Eigenschaft und in jedem Fall völlig bedeutungslos. Und die Welt? Nun sie ist nicht physikalisch und existiert nur in unserem Geist, eine Geisteswelt also. (Aber keine Geisterwelt.)

 

Die Sache mit dem Esel

Esel

Die Dinge sind nicht, was sie scheinen

Der Esel ist natürlich nur ein Beispiel für die Dinge, die wir so selbstverständlich als gegeben annehmen. Dabei kann die Sache sehr vertrackt werden, wenn man sie sich genau anschaut. In diesem Fall wollen wir den Esel von seiner Umwelt abgrenzen. Also: Da ist die Wiese, und auf der steht der Esel. Soweit so gut. Aber wo genau ist die Grenze?

Logischerweise schauen wir auf die Hufe. Diese gehören zum Esel und wenn er ein Bein hochhebt, ist dass, was in der Luft ist ein Teil des Esels, der Boden bleibt zurück. Doch so einfach ist die Sache nicht. An der Hufe klebt natürlich noch ein Rest vom Wiesenboden, vielleicht ein paar Grasshalme. Diese gehören nicht zum Esel, sie sind nur Schmutz, der am Esel klebt. Aber wir können noch recht zuversichtlich annehmen, dass wir – mit entsprechenden Reinigungsutensilien bewaffnet – den Esel von seinem Schmutz befreien können. Obwohl: Ob das auf der molekularen Ebene wirklich geht? Nun, wir vertiefen das nicht, sondern betrachten eine andere „Esel-Grenze“.

Schauen wir aufs Maul (und auf den After). Der Esel frisst Grass. Das Grass ist nicht Teil des Esels. Er kaut es, schluckt es, verdaut es. Irgendwann ist es im Esel drin. Ist es Teil des Esels? Wenn ja: Wann wurde es Teil des Esels? Als er es im Maul hatte (halb oder vollständig) oder als es es verschluckte? Oder irgendwann während des Verdauungsvorgangs? Und wenn der Esel das Grass ausscheidet. Der Kot ist nicht Teil des Esels, oder? Die genaue Grenzziehung wird offensichtlich immer schwieriger.

Versuchen wir es mal auf der molekularen Ebene. Vielleicht können wir ja die Moleküle im Esel danach klassifizieren, ob sie sich nur temporär im Esel aufhalten oder fest an Muskeln oder Knochen gebunden sind. Doch vermutlich ist es so, dass sich die Moleküle und Atome im Esel ständig austauschen ohne dass sich der Esel ändert. Ganz davon abgesehen, dass der Esel (wie alle Säuger) eine fröhliche Lebensgemeinschaft mit Parasiten, Bakterien und anderen Kleinstlebewesen bildet. Was also ist der Esel?

Wir sind versucht so etwas wie eine raum-zeitliche Energiestruktur zu postulieren. Eine von der fassbaren Materie unabhängiges Irgendwas, auf jeden Fall nicht einfaches, anfassbares Stück materieller Welt. Wenn schon so ein banales Tier eine benahe esoterische Existenz führt, was wird uns wohl begegnen, wenn wir uns die weniger stofflichen Dinge der Welt anschauen?